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Die Geschichte unserer Schule

Die Realschule Sidonienstraße wurde als Bürgerschule (1876-1924) gegründet. Sie war zunächst eine "Untere Bürgerschule", die dann 1899 zur 2. Mittleren Mädchenbürgerschule wurde. Zu der Zeit waren die Bürgerschulen der Stadt Braunschweig in Untere und Mittlere Bürgerschulen gegliedert.

 

Gründung der 4. Unteren Bürgerschule 1876. Die Schülerzahlen stiegen und der Bedarf vor allem an Bürgerschulen in der Stadt Braunschweig wuchs. Der Bau eines neuen Schulgebäudes begann. 1884 bekam die Schule ein neues Mobiliar. Gleichzeitig mit dem Schulgebäude wurde eine Turnhalle eingeweiht, die der Schule nachweislich bis 1944 auch als Feierhalle diente. Die Schule wuchs schnell. Schon im Jahre 1880 wurden 866 Schüler unterrichtet, 426 Knaben und 440 Mädchen. 1440 Schüler und Schülerinnen waren es im Jahre 1887. 27 Lehrer unterrichteten die Schüler.

 

Im Jahre 1899 wurde die Bestimmung der Schule geändert. Die bisherigen Schüler der 4. Unteren Bürgerschule zogen in ein inzwischen neu errichtetes Schulgebäude an der Kreuzstraße (vielleicht das Gebäude der Schule Hohestieg heute). In der Schule an der Sidonienstraße wurde die 2. Mittlere Mädchenbürgerschule eingerichtet, die aus dem Gebäude am Südklint auszog. In den Jahren 1921- 1933, in der Zeit der Weimarer Republik, wurden die Knabenmittelschule am Augustplatz und die Mädchenmittelschule an der Heydenstraße in der Bürgerschule Sidonienstraße untergebracht, da die Gebäude, in denen die Schulen vorher waren, die Klassen nicht fassen konnten. Im Schuljahr 1924/25 gab es 15 Klassen: 10 Mädchenklassen - 5 Doppelklassen von der II. bis zur VI. - bestanden aus 366 Schülerinnen, darunter 9 Ortsfremde. 5 Knabenklassen, die aus 225 Schülern bestanden, darunter 150 Ortsfremde. Zusammen waren es 591 Schüler und Schülerinnen der im Aufbau begriffenen Mittelschule. Das Kollegium bestand zu jener Zeit aus 14 männlichen und 7 weiblichen Lehrkräften.

 

Die Jahre 1933-1945, die Zeit des III. Reichs. In den letzten Kriegsjahren haben die Bombenangriffe das Bestehen der Schule gefährdet, als große Teile zerstört wurden. Im Januar 1944 fielen bei einem Bombenangriff der Engländer einige Brandbomben auf das Schulgelände. Am 29.03.44 traf eine Sprengbombe den Ostflügel des Hauses und riss die Ostseite auf. Das Dach wurde schwer beschädigt. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler waren zum großen Teil im KLV - Lager und wurden dort unterrichtet. (KLV= Kinderlandverschickung). Der Luftschutzkeller der Schule bot nur etwa 250 Kindern Schutz.

 

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Die Jahre 1945-1966: Nachkriegsverhältnisse und Wiederaufbau, Notsituationen, steigende Schülerzahl, langsame Normalisierung. Nach dem Zusammenbruch fand bis Anfang November kein Unterricht statt, einige der Lehrer versuchten die Bücherei und die Lehrmittelsammlung aufzuräumen. Sie versuchten die nationalsozialistisch beeinflussten Bücher auszusortieren, es wurde aber auch eine größere Anzahl von Büchern und Lehrmitteln gestohlen. Am 10.04.1946 wurde Gustav Koch, der erste Rektor der Schule, pensioniert. Im Schuljahr 1946/47 gab es 390 Schüler/innen, 13 Klassen, aber denen standen nur 7 Räume, zudem der Zeichen- und Physiksaal zur Verfügung. Aus dem Protokoll der Konferenz vom 15.11.46 geht hervor, dass mit sofortiger Wirkung angeordnet wurde, dass die Zahl der Zensuren auf 5 zu beschränken ist: 1 - sehr gut; 2 - gut; 3 - genügend; 4 - mangelhaft; 5 - ungenügend. Der Höhepunkt des Schülerwachstums war 1954/55 erreicht. Es gab 945 Schüler (463; 482), 27 Klassen, 20 Räume und 30 Kollegen. Im Schuljahr 1965/66 gab es 21 Klassen, 11 Jungen- und 10 Mädchenklassen, davon 337 Jungen und 330 Mädchen, zusammen 667 Schüler/innen. Es gab 14 männliche und 12 weibliche Lehrkräfte.

 

Die Jahre bis zum 111-jährigen Jubiläum (1967-1987) (Zeit pädagogischer Erneuerungen/Beginn der Grundsanierung): Die folgenden zwanzig Jahre waren die Zeit pädagogischer Erneuerung und vielfätiger Veränderungen. Immer mehr wurde das Schulleben bestimmt durch Erlasse, Verfügungen, Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften, da die Schülerzahlen rapide abnahmen. Eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften, die sich schwerpunktmäßig mit literarischen Themen, bzw. Theateraufführungen, der Anfertigung von Schülerzeitungen, dem technischen Zeichnen, dem Töpfern oder mit Instrumentalmusik beschäftigen, sind Bestandteile des Schullebens. Seit 1980 werden Studienfahrten der 10. Klassen nach Cliftonville/Margate/Kent durchgeführt. Seit 1982 gibt es einen Schüleraustausch mit Frankreich. Seit Februar 1986 hat die Schule auch eine Beratungslehrerin mit regelmäßigen Sprechzeiten. Die Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischen Dienst und anderen psychologischen Beratungsstellen und dem Jugendamt ist erfolgreich. Seit 1985 findet die Grundsanierung der Schule statt. Sie umfasst das alte 1876 erbaute Hauptgebäude sowie den naturwissenschaftlichen Trakt mit seinen Verbindungsfluren. 1986 beginnen die Innensanierungen.

 

Im November 1989 fiel die Mauer in Berlin und eine Zeit reger Schulkontakte zwischen Schulen in der DDR und der Bundesrepublik begann. Auf dem Hintergrund einer Städtepartnerschaft von Braunschweig und Magdeburg entspann sich so auch ein intensiver Kontakt mit der Oskar-Linke-Schule in der Schmeilstraße in Magdeburg. Ein anfänglicher Kontakt führte auch das Kollegium der Realschule Sidonienstraße auch in den Ort Sommerschenburg bei Marienborn, gleich hinter der ehemaligen Grenze zur DDR. Diese Kontakte währten einige Jahre.

 

Im Jahre 2004 wurden die Orientierungsstufen aufgelöst und die Realschule erhielt wieder den 5. und 6. Jahrgang. Dadurch erhöhte sich die Schülerzahl von 321 auf jetzt 497. Als Folge müssen die 9. und 10. Klassen im Schulgebäude Hohestieg untergebracht werden. Eine Zeit des Hin- und Herwechselns beginnt.

 

Wer mehr wissen möchte, kann in der "Chronik der Schule Sidonienstraße", 2001 nachlesen. Diese kann käuflich im Sekretariat erworben werden.